Projektverlauf/Projektpartner

 

Kontext und Projekthintergrund

Ob nun bei der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, bei City-Streifen, im Veranstaltungsschutz oder bei dem Schutz von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern – alle genannten Bereiche sind hochgradig konflikt-, diskriminierungs- und gewaltsensibel. Unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklungen in Europa u.a. im Bereich des Rechtspopulismus und auch Islamismus geschrieben, gab das Projekt Antworten für Unternehmen des Sicherheitsgewerbes zur Prävention – oder ggf. Intervention – bei Radikalisierung und auch sozialer Diskriminierung ihres Personals und ihres zu bewachenden Klientels.

 

Ziele und erreichte Ergebnisse

Die Einführung von Maßnahmen zur Radikalisierungsprävention im privaten Sicherheitsgewerbe konnte durch die Entwicklung von Bildungsmodulen für die Aus- und Fortbildung von privatem Sicherheitspersonal gewährleistet werden. Zudem sollten Auftraggeber von Sicherheitsdienstleistungen künftig die Möglichkeit erhalten, durch ein Qualitätssiegel für Institutionen die Geeignetheit des Sicherheitspersonals im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund beurteilen zu können. In den Kooperationsunternehmen der Partnereinrichtungen wurden antragsgemäß Schulungen zur Radikalisierungsprävention für das operativ arbeitende Personal durchgeführt. Schwerpunkte bildeten hier die Arbeit an und die Reflexion über Vorurteile sowie die Stärkung von interkultureller Kompetenz und Ambiguitätstoleranz. Entstanden sind zwei Publikationen, davon eine, die über den Antrag hinausgeht: Eine umfassende Informationsbroschüre zu Radikalisierungsrisiken und -prozessen sowie zu protektiven Faktoren für Unternehmen. Die Inhalte dieser Broschüre liefern eine Grundlage für ein Threat-Management sowie zur Implementierung von Präventionsstrukturen. Die zweite Publikation ist das Curriculum für Trainer/innen, die abschließend mit operativ arbeitendem Sicherheitspersonal arbeiten können sollen. Ein umfassender sozial- und organisationspsychologischer theoretischer Background zu den Themen Radikalisierung und soziale Diskriminierung bereiten die Leser/innen auf die Durchführung des Trainings vor, das aus einem allgemeinen wie speziellen Trainingsteil zur Förderung von Kompetenzen, die für die Präventionsarbeit auf dem Level der primären und sekundären Prävention gewinnbringend sind, besteht. Zudem geben beide Publikationen Informationen zur Identifikation von Radikalisierung – schließlich kann sich ein Unternehmen nicht aussuchen, auf welchem Präventionslevel es operieren muss. Auf Basis der Evaluationen der regionalen Test-Workshops für das Curriculum in den Partnerländern sowie auf Basis der Erfahrungen und des Wissensaustauschs bei den transnationalen Treffen entstand zudem der Entwurf für ein europäisches Qualitätssiegel, das dem Dachverband CoESS zur Abstimmung bei seinen Mitgliedern vorgelegt wurde. Das Siegel wird im Projektanschluss auf Ebene des Dachverbandes CoESS weiter bearbeitet.

 

 

English

 

Context and project background

Whether in the guarding of refugee shelters, city strips, event protection or the protection of public buildings such as schools and hospitals – all mentioned areas are highly conflicted, sensitive to discrimination and violence. Under the impression of current developments in Europe, including in the field of right-wing populism and Islamism, the project provided answers for companies in the security industry to prevent – or, if necessary, intervent – in the event of radicalisation and also social discrimination against their staff and their clientele to be guarded.

 

Objectives and achieved results

The introduction of radicalisation prevention measures in the private security sector has been ensured by the development of educational modules for the education and training of private security staff. In addition, customers of security services should in future be given the opportunity to assess the suitability of security personnel in dealing with people with a migrant background through a seal of quality for institutions. In the cooperated companies of the partner institutions, training on radicalisation prevention for operational staff was carried out in accordance with the application training courses. The focus here was on the work and reflection on prejudices as well as the strengthening of intercultural competence and ambiguity tolerance. Two publications have emerged, one of which goes beyond the application: A comprehensive information brochure on radicalisation risks and processes, as well as on protective factors for companies. The contents of this brochure provide a basis for threat management as well as for the implementation of prevention structures. The second publication is the curriculum for trainers, who should finally be able to work with operational security personnel. A comprehensive social and organisational psychological theoretical background on the topics of radicalisation and social discrimination prepare the readers for the training, which consists of a general and special part of the training. In addition, both publications provide information on the identification of radicalisation – after all, a company cannot choose at what level of prevention it has to operate at. On the basis of the evaluations of the regional test workshops for the curriculum in the partner countries as well as on the basis of the experience and exchange of knowledge at the transnational meetings, the design for a European seal of quality was also developed, which was awarded to the umbrella organisation. CoESS has been submitted to its members for a vote. The seal will be further processed at the level of the CoESS umbrella organisation in the project.

 

Number and profile of participating institutions

Partners from seven European countries were involved.

 

Anzahl und Profil der teilnehmenden Einrichtungen

Am Projekt beteiligt waren Partner aus sieben europäischen Ländern:

 

 

Deutschland/Germany


    - Nell-Breuning-Haus - www.nbh.de

- Eine Organisation der beruflichen und politischen Erwachsenenbildung – als Bieterführerin sowie der BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) als Arbeitgeberorganisation.

- An organisation of vocational and political adult education – as the head of the project.

 

   - Bundesverband der Sicherheitswirtschaft als Arbeitgeberorganisation - www.bdsw.de/

- Federal Association of the Security Industry as a Employers' organisation.


Spanien/Spain


    - Federación de Servicios de UGT - www.fesugt.es/

- Die Gewerkschaftsorganisation FeS-UGT, verfügt über ein Trainings- und Projektcenter für die Berufsbildung und den privaten Sicherheitssektor.

- The trade union organisation FeS-UGT, which has a training and project centre for vocational training for the private security sector.

 


Polen/Poland

    - Organizacja Miedzyzakladowa NSZZ "Solidarnosc" nr 3187 Region Mazowsze Pracownikow Firm Ochrony, Cateringu i Sprzatania - www.solidarnosc.mazowsze.pl/

- Die Gewerkschaftsorganisation NSZZ Solidarnosc ist u.a. die größte gewerkschaftliche Vereinigung für Arbeitnehmer privater Sicherheitsdienste in Polen.

- The trade union organisation NSZZ Solidarnosc, among others the largest Trade union association for workers of private security services in Poland.


Rumänien/Romania


    - Pactul Regional Nord-Vest pentru Ocupare si Incluziune Sociala - www.prois-nv.ro/

- Die Nicht-Regierungs-Organisation im Bereich der Bildung, des Arbeitsmarkts und der sozialen Inklusion mit weitreichenden Kontakten zu zertifizierten Schulungsanbietern, bedeutenden Universitäten und öffentlichen Einrichtungen.

- PROIS-NV is a non-governmental organisation in the fields of education, the labour market and social inclusion, and with wide-ranging contacts to certified training providers, major universities and public institutions.

 

Estland/Estonia
    - MTU EESTI Tookusimuste Keskus - www.facebook.com/ETÖK-Eesti-Tööküsimuste-Keskus-Estonian-Centre-for-Work-related-Questions-618682414834870/?ref=hl

- Die Bildungseinrichtung ETÖK mit dem Schwerpunkt Arbeitnehmerbildung und Qualifizierung.

- The educational institution ETÖK with a focus on workers’ education and qualification.



Irland/Irland
     - The Security Institute of Ireland - www.sii.ie/

- Das Security Institute ist ein Fort- und Weiterbildungsanbieter für die private Sicherheitswirtschaft mit operativem und wissenschaftlichem Zweig.

- The Security Institute – a training provider for the private security industry with an operational and scientific branch.

 

Slowenien/Slowenia
    - Institut of Corporative Security Studies, Ljubljana - www.ics-institut.com/

- Das Institute for Corporate Security Studies mit engen Kooperationen zu allen Teilen der nationalen Sicherheit in Slowenien und auch im internationalen Umfeld und Mitglied von RAN (Radicalization Awareness Network).

- The Institute for Corporate Security Studies with close cooperation to national and international security and also a member of RAN (Radicalization Awareness Network).

 


Durchgeführte Hauptaktivitäten

Für jedes Partnerland gab es zwei Probeschulungsdurchläufe des Curriculum, in denen insg. etwa 60 Personen länderübergreifend geschult wurden. Beteiligt waren auch die jeweiligen Führungskräfte, Lehrkräfte der Aus- und Weiterbildungseinrichtungen. Auf den transnationalen Workshops aller Partner mit den entsprechenden Evaluationen, konnten schließlich die passgenauen Schulungsmaßnahmen entstehen.

Die geschilderten Projektergebnisse bilden die Grundlage für eine künftige Standardisierung als Bestandteil der Ausbildung des operativ arbeitenden Personals privater Sicherheitsdienste.

 

Autorin/Author: Dr. Christina Hermann

 

 

 


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Links abgerufen/checked 17.12.2018


 

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English

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